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Die Produkte der Baumschulen sind überall in unserem Land präsent.

Am 03. Februar 2020 besuchte Landtagsabgeordnete Marion Gentges die Baumschule Brossmer in Ettenheim. Das bereits in vierter Generation geführte Familienunternehmen wurde vertreten von Inhaber Frank Brossmer. Anwesend waren zudem Bernd Steinegger von der Baumschule Steinegger sowie Dirk Leistikow von der Gartenbau Beratungs GmbH.

Die Baumschule Brossmer produziert mit rund 30 Mitarbeitern Freiland- und Containerpflanzen sowohl für Kunden aus dem Garten- und Landschaftsbau, aus dem kommunalen Bereich als auch für Architekten und Privatkunden. Im Pflanzenvertrieb sind mit der Vermarktung, Logistik und im angeschlossenen Gartencenter je nach Saison ca. 6-10 Mitarbeiter beschäftigt. Seit über 50 Jahren wird in der Baumschule auch der Beruf Gärtner – Fachsparte Baumschule – ausgebildet. So konnten bei Brossmer bereits über 100 Auszubildende erfolgreich ihre Lehre abschließen.

Der Besuch begann mit der Besichtigung der über 50 ha großen Anbaufläche. Frank Brossmer erläuterte, dass dort über 2.000 verschiedene Pflanzensorten in Größen von wenigen Zentimetern bis zu haushohen Bäumen kultiviert werden. Während des Rundgangs schilderte der Inhaber die Herausforderungen eines Baumschulbetriebes. So müsse eine Baumschule einige Jahre im Voraus den Bedarf der Pflanzen einschätzen, da die Pflanzen bis zur Verkaufsreife noch mehrere Jahre wachsen müssen. Zudem werden aufgrund der Klimaveränderungen in Zukunft andere Pflanzen benötigt, die extremere klimatische Bedingungen – heißere Tage und längere Trockenzeiten – aushalten. Pflanzen aus dem Kontinentalklima wie Nordamerika oder Zentral-Asien kommen hierfür eher in Frage, jedoch wird oft auch heimischer Bewuchs von Kunden gefordert, der mit diesen neuen Anforderungen meist deutlich schwerer zurechtkommt. Insbesondere müssen Bäume in Städten extremere Bedingungen ertragen können, da sie meist schwierige Standorte haben, jedoch für eine Verbesserung des städtischen Klimas unerlässlich sind. Baumschulen beraten hierzu gerne bei der Auswahl geeigneter „Klimabäume“ und kultivieren die Bäume, die sehr gut an die Herausforderungen der Zukunft angepasst sind. „Dies zeigt, wie vorausschauend Baumschulen ihre Gehölze bereits heute kultivieren, um den Bedarf an klimagerechten Pflanzungen auch mittel- und langfristig zu decken“, stellte Frank Brossmer klar.

Bei der anschließenden Gesprächsrunde bekam Marion Gentges einen Einblick in die Themen, die die Branche momentan beschäftigt. Ein Schwerpunkt war die Nutzung von Pflanzenschutzmitteln, die ausschließlich dem Schutz der Pflanzen dienen, im aktuellen Diskurs einen schlechten Ruf als Pestizide erfahren. Während Teile der Gesellschaft den völligen Verzicht der Mittel fordern, wird ihr Einsatz gleichzeitig an anderer Stelle sogar vorausgesetzt – zum Beispiel, um die Ausbreitung von Quarantäne-Krankheiten zu vermeiden.
Der Einsatz aller in den Baumschulen verwendeten Pflanzenschutzmittel ist in den letzten Jahren bereits auf ein Minimum reduziert worden und wird genauestens dokumentiert.

Frank Brossmer erklärte Frau Gentges zudem die Funktion des Pflanzenpasses. Jede Pflanze brauche seit dem letzten Dezember einen solchen Pass. „Damit soll sichergestellt werden, dass die komplette Herkunft- und Lieferkette der transportierten Pflanze jederzeit nachvollziehbar ist, um im Falle eines Quarantäne-Schaderregers sofort reagieren und eine weitere Ausbreitung verhindern zu können“, so Brossmer. Die Landtagsabgeordnete zeigte sich beeindruckt von der Komplexität und Expertise, die hinter der baumschulerischen Produktion steckt. „Ohne die Baumschulbetriebe wären wir heute gar nicht mehr in der Lage, unsere Städte und Dörfer, unsere Parks und Wälder ausreichend und wirkungsvoll mit Gehölzen zu versorgen“, so Gentges abschließend.